Sie sind hier: Startseite » Bike » Berichte und Infos

Berichte und Infos

weitere:

Jetzt gibt es auch die Tasse zum Magazin. Holt Sie Euch!
Etwas Sinnvolles tun - Mit starker Faust für Kinder
Harley Davidson Nürnberg & Friends präsentierten die zwei "Neuen"
Die IMOT in diesem Jahr war ein Publikumsmagnet, wie immer.
ADAC Motorradsport: Motorrad GP von Deutschland bleibt auf dem Sachsenring
Der Gesetzgeber plant jetzt eine Änderung der StVZO und will die umstrittene Rückdatierung wieder beseitigen.
Jedes Jahr - am ersten Wochenende im Dezember - pilgern zigtausende Biker ins Custom-Mekka Bad Salzuflen.
Neues Motorrad, neues Team, bewährtes Ziel: „Wir wollen die Schale zurück, wir wollen die Meisterschaft!
Jeder, der Benzin im Blut hatte, konnte und wollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.
Der Anbieter für Motorradzubehör & Bekleidung Polo ist pleite.
Auch dieses Jahr 2011 machten wir uns wieder auf die Reise zur Fighterama in Kalkar.
Marco Simoncelli stirbt beim Motorrad Grand Prix in Malaysia
Balance im Job, im Leben und auf der Straße
... mit Besichtung des gut organisierten Familienbetriebes in Röthenbach
Ein Wochenende der Extraklasse, denn der Motorradstammtisch der UHU´s feierte mit seinen Freunden.
Dieses Sommerfest lief unter dem Motto: 100 Years of American Bikes and Cars
Genau das Richtige für Biker mit Familien, denn hier ist Langeweile ein Fremdwort, Erholung garantiert und Erlebnisse gesichert.
... eine Monster wird zur Enduro (Motorrad Scherer, Bamberg)
Die Fachwerkstatt in Kolbermoor steht für Sicherheit und Zufriedenheit der Kunden.
Die BABler Weihnachtsmänner
Bereits seit 8 Jahren fahren die BABler durch das Oberbayerische Land und besuchen bedürftige Einrichtungen.

Zu Gast bei triplespeed-headquaders in Erlangen

Wir gehen einen unscheinbaren Hausflur entlang und dann stehen wir schließlich inmitten des triplespeed-headquarters. Sofort wird uns klar, hier sind „große Jungs-Träume“ wahr geworden. Zwei große alte Ledersofas laden ein, Platz zu nehmen und den Blick auf den großen Flat screen an der Wand zu genießen, auf dem Angus Young von AC/DC gerade ein fettes Gitarrensolo zum besten gibt. In der Ecke steht die Kaffeemaschine und röchelt vor sich hin. Auf dem kleinen schwarzen Couchtisch liegen jede Menge Motorradzeitungen. Wer Lust hat, sein „Chill out“ etwas spannungsgeladener zu gestalten, auf den wartet eine X-Box-Spielekonsole. Rechts und links von diesem „Wohnzimmer“ stehen zwei „nackte“ Rennmaschinen auf Alutischen - eine KTM Super Duke und eine TRIUMPH Speedtriple.

Apropos Rennsport – wo man hinschaut stehen Pokale und überall an den Wänden hängen Bilderrahmen mit unzähligen Zeitungsberichten - MO, PS, Motorrad. Eines der beiden immer wieder darin auftauchenden Gesichter entdecken wir auch sogleich wieder: Jens Hebisch – Racer, ehemaliger Banker und jetzt „Leiter der Abteilungen Einkauf/Verkauf, Marketing und Pressearbeit“, wie er sich selbst mit einem leicht ironischen Grinsen auf dem Gesicht beschreibt. Jens empfängt uns mit einem breiten Lächeln und der Frage „Kaffee?“. „Na klar“ sagen wir und nachdem die Tassen gefüllt sind, beginnt Jens zu erzählen.

Vor zehn Jahren habe er mit dem Rennsport angefangen. Die Straße wurde ihm einfach zu gefährlich. Obi – mit bürgerlichem Namen Michael Obringer – ist sein Meistermechaniker ist ein ganz alter Freund. „Ich brauchte jemanden, der mal beim Tanken hilft“ erklärt er, wie es dazu kam, dass der damalige Zimmermann Obi überhaupt mit dem Thema Rennsport in Verbindung kam. „Irgendwie hat er das gleich total gefressen“ erzählt Jens und beschreibt damit den Beginn eines außergewöhnlichen Werdegangs: Job hingeschmissen. Umschulung durchgeboxt. Lehre mit Pravour bestanden. Weiter auf die Meisterschule und dann der größte Schritt, die Selbständigkeit, die Eröffnung des triplespeed-headquarters. „Im ersten Jahr musste Obi allein klar kommen, weil ich noch in der Bank gearbeitet hatte und wir abwarten wollten, ob der Laden läuft“ erzählt Jens. „Aber es lief, und ich konnte kündigen.“

Seit zehn Jahren machen die beiden gemeinsam Rennsport und sind in der Szene eine kleine, aber feste Größe geworden. Zehn Jahre mit Höhen und Tiefen. Zehn Jahre, in denen sie fast ausschließlich mit europäischem Material unterwegs waren. „Eigentlich war das nie der Plan. Es hat sich einfach so ergeben und irgendwann war es dann so eine Art Markenzeichen“ erklärt Hebisch die Zeit auf den britischen TRIUMPHs, der DUCATI 749 R, der APRILIA RSV MILLE und seit einigen Jahren auch auf den KTM‘s. „Wir durften vor 30.000 wahnsinnigen Fans im legendären britischen Brands Hatch fahren oder haben den Werbeclip für die RC8 mitgedreht. Eine Woche in der Sierra Nevada. Streng geheim und sehr geil.“ berichtet Jens von einigen Highlights und das Funkeln auf seinen Augen ist dabei nicht zu übersehen.

Aber, es war nicht immer nur Sonnenschein, der den beiden ins Gesicht schien. Nein, ganz im Gegenteil. Hebisch war immer schnell, immer schräg und immer hart am Limit. Einmal aber eben auch zu hart. Am 31.Mai 2009 schlug Hebisch während des legendären Fischereihafenrennens in einer Mauer ein und brach sich mehrfach die Wirbelsäule. Als würden AC/DC mit einem Ohr unserem Gespräch folgen, donnern sie „Highway to Hell“ durch den Raum und Hebisch schaut hinüber zum Flatscreen. „Stimmt, es war ein Marsch durch die Hölle, aber dank meiner Frau Christina, Obi und vieler Fans und Freunden haben wir das geschafft.“ Fast zwölf Monate war er „weg vom Fenster“, wie er selber sagt, doch seit Anfang dieses Jahres sind die Jungs wieder unterwegs. „Es zwickt und kracht schon noch ganz ordentlich“ beschreibt Jens seinen Zustand. Dann eine kurze Pause. Ein breites Lächeln. Jens spricht weiter „Aber ich kann auf meinen eigenen Beinen laufen und sogar wieder Rennen fahren, was will ich mehr?!“. Recht hat er, doch angesichts all der Pokale hier im Heads können wir uns gut vorstellen, was er „mehr“ will – nämlich wieder siegen. Und das er da schon wieder verdammt dicht dran ist, zeigen die ersten Ergebnisse dieses Jahres: bei fünf Rennteilnahmen nie schlechter als Platz 4 und dreimal sogar auf dem Podest. Was für ein Comeback ?

„Lasst uns mal zu Obi in die Werkstatt schauen“ spricht Jens und wir betreten einen großen Raum mit zwei Hebebühnen, jeder Menge Regalen und Werkbänken. Zu unserer Überraschung finden wir hier so ziemlich alles an Modellen und Motorradtypen vor. Von der liebevoll gepflegten DUCATI 996, über die chromblitzende HARLEY bis hin zur 1000er GSX-R, an der Obi gerade einen Kundendienst vornimmt. Obi begrüßt uns ebenfalls mit einem breiten Lächeln und führt uns durch seine „heiligen Hallen“. Uns wird schnell klar: Hier wird nicht nur ein Job erledigt, hier ist jemand mit ganz viel Herzblut bei der Sache. Wir kehren noch einmal zurück zur Kaffeemaschine, heben noch einen Espresso und schon haut es hinter uns aus den Boxen die Kanonenschläge des AC/DC Rausschmeißers „for those about to rock, we salute you“ durch den Saal. Wir sagen Danke und „salutieren“ vor zwei Jungs, die ihr Hobby zum Beruf, ihre Leidenschaft zum Lebenselixier und diesen Raum... zum coolsten Wohnzimmer des Universums gemacht haben.

BackonTrack, der Film zur Rückkehr



Das sogenannte Gespräch in der Boxengasse Obringer in seiner Werkstatt Hebisch in Aktion