Projekt DUCADURO

Ende Oktober 2010 erhielt ich von einem meiner Kunden eine Email-Anfrage, ob ich ihm eine Ducati Monster 695 zur Enduro umbauen könnte. Sofort antwortete ich, dass ich den Auftrag gerne ausführen würde.
Anfang November bekamen wir dann eine „verunfallte“ Ducati Monster 695 geliefert, fast zeitgleich traf eine bestellte White Power Gabel (KTM / mit 50 mm Standrohrdurchmesser) mit Vorderrad und Bremse bei uns ein. Kurz darauf auch ein Hinterrad von einer Yamaha Supertenere´ und unbeschädigte Ducati Gabelbrücken.
Wir begannen unverzüglich damit, die beschädigten Teile, die Gabel und andere Anbauten, die ersetzt werden mussten, zu demontieren, Buchsen zu drehen und die Gabel wie auch das Vorderrad einzupassen.
Um das Heck anzuheben wurde von uns eine verstellbare Stange für die Federbein-
abstützung montiert und das originale Federbein gegen eines von der Ducati 916 ausgetauscht. Passgenaue Buchsen und Distanzbuchsen wurden ebenfalls angefertigt, um das Hinterrad einzupassen. Anschließend fertigten wir die Schutzblechhalterungen neu.
An der hinteren Bremsankerplatte waren Modifikationen notwendig, da sonst die Brems-
zange an den Speichen anstreifen würde. Eine besondere Herausforderung waren die nach vorne verlegten Fußrasten. Das hat uns einige Zeit und Nerven gekostet, diese extra anzufertigen – aber wir hatten Erfolg!
Der Schalthebel wurde auch von uns neu angefertigt, ebenso die Stahlhalter für die Rasten, damit der Fahrer auch sicheren Stand darauf hat. Diese Arbeit mag vielleicht unauffällig sein, war aber kniffelig.
Nachdem endlich der Schnee weg war, kam die erste Probefahrt (es war ziemlich frisch). Das Fahrverhalten ist toll, das Motorrad läuft super geradeaus und ist sehr handlich. Die vordere Bremse ist für eine Enduro okay, aber leider nicht so gut wie die Doppelscheiben-
bremsanlage, die im Original verbaut ist. Aber das war zu erwarten bei nur einer Scheibe und einem 21“ Vorderrad. Der Tüv bescheinigte uns zum Schluss die Abnahme „ohne Mängel“.
Meiner Meinung nach haben wir die Herausforderung gut gemeistert. Nicht zu letzt auch durch die gründliche Vorar-beit des Kunden, die uns durch seine Recherche im Teilebereich viel Arbeit erspart hat. Unsere Hauptaufgabe, das Entwickeln und Fertigen der benötigten Teile (in „Maßanfertigung“) war eine tolle Aufgabe, die mal so richtig viel Spaß gemacht hat. Ist mal was Anderes, als Teile einfach „nur“ zu bestellen.
Motorrad Scherer
Michael Scherer
Bamberg 2011